Bewegung für die geistige Fitness

Geistig fit bis ins hohe Alter - Gehirnjogging ist Training für den Kopf
Unser Gehirn ist ein Muskel, den wir trainieren können. Beobachtet man kleine Kinder, spürt man förmlich, wie sie begierig alles aufsaugen, was es zu lernen und zu wissen gibt. Mit zunehmendem Alter bereiten das Lernen und das Erinnern dagegen immer mehr Mühe. Um die geistige Fitness zu erhalten und auszubauen, können Sie sich einen aktiven Lebensstil angewöhnen und regelmäßig Gedächtnistraining und Konzentrationsübungen machen. Gehirnjogging ist also das Schlüsselwort für einen hellen Kopf bis ins hohe Alter.
Kreuzworträtsel und Denksportaufgaben sind die klassischen Vertreter dieser Sparte, es gibt aber noch viel mehr, was Sie tun können. In unseren neuen monatlichen Specials finden Sie Anstöße und Übungen aus verschiedenen Bereichen, mit denen Sie im Alltag Ihre grauen Zellen auf Zack bringen.
Geistige Fitness
 
Bewegung im Freien
Der Klassiker unter den Freiluftsportarten ist das Joggen. Neueren Datums ist das Nordic Walking, das mit Stöcken unterstützte Walken. Beide Sportarten haben die gleiche Wirkung: Sie bringen Ihr Herz-Kreislaufsystem in Schwung, Ihr Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt und baut Stresshormone ab. Gleichzeitig werden Glückshormone ausgeschüttet, die Ihnen das Laufen erleichtern und Ihre Zufriedenheit steigern.
 
Für Neueinsteiger wie auch für alte Hasen gilt: Beginnen Sie das Training immer in gemächlichem Tempo und steigern Sie Ihre Schrittfrequenz langsam. Dadurch kann sich Ihr Körper an die erhöhte Aktivität gewöhnen und Sie kommen nicht so schnell aus der Puste. Auch die Streckenlänge sollten Sie erst nach regelmäßigem Training erweitern. Ganz wichtig: Seien Sie nicht zu ehrgeizig, sonst verlieren Sie schnell den Spaß am Sport.
 
Noch ein Tipp: Schließen Sie sich einem Lauftreff an, den es in vielen Orten gibt. Denn mit Gleichgesinnten macht das Laufen doppelt Spaß und eine Gruppe im Rücken hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden.
 
Radeln um den Kopf frei zu kriegen und die Seele baumeln zu lassen. Lassen Sie das Auto in der Garage und schwingen Sie sich aufs Rad. Dabei kommt nicht nur der Körper in Schwung, auch das Kleinhirn wird gefordert: Denn dort werden die Bewegungsabläufe koordiniert und ins Unterbewusstsein gespeichert. Außerdem bekommt das Gehirn bei Bewegung sechsmal mehr Sauerstoff und Nährstoffe, als wenn Sie im Auto sitzen!

Noch ein toller Effekt tritt ein, wenn Sie kräftig in die Pedale treten: Sie spüren den frischen Wind, bekommen neue Eindrücke und Ihr Körper wird mit dem Glückshormon Serotonin durchflutet. Das macht Lust auf mehr!
 
Bewegung unterm Dach
Munter wie ein Fisch im Wasser? Wenn Sie erst einmal die Vorteile des Schwimmens entdeckt haben, werden Sie immer wieder ins kühle Nass abtauchen wollen: Der erhöhte Druck sorgt dafür, dass das Blut aus Armen und Beinen zurück in den Brustkorb wandert. In der Folge schlägt es etwa zehn Schläge langsamer, dafür kraftvoller und ökonomischer als an Land. Die komplexen Bewegungsabläufe wiederum regen das Gehirn an und bringen es in Schwung. Ein weiterer Pluspunkt ist der Auftrieb im Wasser. Er sorgt dafür, dass Gelenke, Sehnen und die Wirbelsäule entlastet werden. Schwimmen ist also besonders für Menschen mit Übergewicht und Gelenkbeschwerden geeignet.

In manchen Schwimmbädern können Sie sich auch zur Wassergymnastik (Aquafitness, Aquagym) anmelden. Bei Aquafitness geht es darum, gezielt Muskelpartien zu trainieren, den Kreislauf in Schwung zu bringen und als 'Bonbon' das Kleinhirn anzuregen, das für die Koordination zuständig ist.
 
Wer bisher eingefleischter Bewegungsmuffel war, dem sei eine Sportart zu empfehlen, die in ihrer Wirkung häufig unterschätzt wird: das Tanzen. Sie können zu Hause einfach zu Ihrer Lieblingsmusik loslegen. Geselligen Typen sei dagegen eine Tanzschule empfohlen, wo Sie mit Ihrem Partner über das Parkett schweben können. Das Angebot reicht dabei von Standard- und Lateintänzen bis zu Flamenco und Jazzdance, der häufig auch im Verein angeboten wird. Wählen Sie einfach das für Sie Passende aus!
 
Und was bringt nun das Tanzen? Beim Tanzen steigt der Sauerstoffgehalt des Blutes, die Muskeln werden sanft in Form gebracht und das Herz schlägt schneller. Mit einer Pulsfrequenz von 120 bis 150 ist Tanzen das perfekte Herz-Kreislauf-Training! Vor allem verbindet das Tanzen in besonderer Form die körperliche Ertüchtigung mit dem Gehirnjogging: Es fordert von Ihren grauen Zellen Körperbeherrschung und Koordination sowie Rhythmusgefühl, um im Takt zu bleiben. Zudem aktiviert es die Gehirnpartien, die für die Emotionen zuständig sind, denn die Bewegung auf Musik versetzt Sie in Hochstimmung. Bei so viel Positivem kann man den einen oder anderen Tritt auf die Zehen schon mal verkraften?

Entspannung nicht vergessen!
Wer viel Stress hat, weiß, dass man sich an manchen Tagen wie 'vernagelt' fühlt und keinen klaren Gedanken fassen kann. Da hilft nur, das Arbeitspensum auf ein gesundes Maß zurückzuschrauben und gezielte Entspannungsübungen einzubauen, um den Kopf wieder frei zu bekommen.
 
Eine klassische Methode dazu ist die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Legen Sie sich entspannt auf den Rücken. Spannen Sie nach und nach einzelne Muskelpartien kräftig an und lassen Sie dann wieder locker. So 'arbeiten' Sie sich durch den gesamten Körper, angefangen von den Fußspitzen bis zu den Schultern und dem Kopf. Anschließend spüren Sie, wie Ihr Körper wohltuend gelockert und auch der Kopf wieder freier ist.
 
In Stresssituationen atmen wir häufig nur in den oberen Bereich der Lungen und lassen die Hälfte der Lungenkapazität ungenutzt. Da wundert es nicht, dass man sich schnell schlapp und müde fühlt, weil der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
 
Gehen Sie dagegen mit gezielter Atmung an: Atmen Sie tief in den Bauch und entleeren Sie die Lungen wieder ganz. Anschließend folgt eine kurze Atempause. Setzen Sie sich dazu aufrecht hin und gönnen Sie sich 20 tiefe Atemzüge. Sie können die Übung beliebig oft wiederholen und beispielsweise die Arme zur Seite strecken. Schauen Sie dabei, was Ihnen guttut. Wenn Sie die Kunst der richtigen Atmung beherrschen, werden Sie automatisch ruhiger und bekommen wieder Energie und Kraft. Übrigens: Lachen ist eine der besten Atemübungen!
Schlagworte zu diesem Inhalt: